Siegen oder Untergehen – Die letzten Tage der Graf Spee

auch dieses Jahr, heute am 17. Dezember jährt sich die Versenkung der Graf Spee und noch heute gibt es Überlebende, die dieses Ereignis gedenken, es sich nicht mehr viele.

Im Dezember 1939 sprengte die Mannschaft des Panzerkreuzers “Admiral Graf Spee” vor der Küste Uruguays ihr Schiff selbst in die Luft. Es durfte nach einem Befehl der deutschen Seekriegsleitung dem Gegner England nicht in die Hände fallen. Damit bescherte Kapitän Hans Langsdorff Hitler die erste Niederlage im Zweiten Weltkrieg.

In den Tagen vor der Sprengung hatte sich die „Graf Spee“ ein erbittertes Gefecht mit drei britischen Kreuzern geliefert und war schwer angeschlagen in den Hafen von Montevideo geflüchtet. Von dort gab es für den Stolz der deutschen Kriegsmarine kein Entkommen mehr; die gegnerischen Schiffe hatten den Rio de la Plata inzwischen abgeriegelt. Was sich in den folgenden Tagen im Hafen der uruguayischen Hauptstadt abspielte, gleicht einem Krimi. Verzweifelt versuchte Kapitän Hans Langsdorf die Regierung des kleinen Landes dafür zu gewinnen, ihm eine genügend lange Frist für die Reparatur seines Schiffs zu gewähren. Genau das versuchte der britische Botschafter Millington-Drake mit allen Mitteln zu verhindern. In dem Nervenkrieg setzte sich England schließlich durch – die „Graf Spee“ musste nach 72 Stunden wieder auslaufen.

Langsdorf war in aussichtsloser Lage und so schickte er die Mannschaft von Bord, gab den Befehl zur Sprengung des Schiffs und nahm sich anschließend das Leben. Die Matrosen, deren Leben er so rettete, bewahren bis heute das ehrenvolle Andenken an ihn. Jedes Jahr treffen sie sich zur Kranzniederlegung an seinem Grab in Buenos Aires. Einige von ihnen, darunter Kurt Diggins, der damalige Adjutant von Langsdorf, lassen in packenden Erzählungen die letzten Tage der „Graf Spee“ noch einmal aufleben.

Film von Wolfgang Landgraeber und Guillermo F.

 

Was hat diese Geschichte mit mir zu tun und findet hier auf meinen Blog? Es ist der Beginn einer Freundschaft, eines Mentors. Zu meinen WDR-Zeiten entstand ein freundschaftlicher Kontakt zu Wolfgang Landgraeber. Eine der die technische DNA schon damals in einem erkannte, mich gewinnen konnte und von der Kette ließ.

Wolfgang Landgraeber und ich verabredeten uns in der Mittagspause auf einen Kaffe in den WDR-Arcaden,  bei diesem Treffen schilderte er von einer laufenden Produktion, einer Dokumentation über die Gerichte vom Panzerschiff Admiral Graf Spee und seinem Kommandanten Hans Wilhelm Langsdorff erzählte. Die Geschichte ist  überall nachzulesen und doch gab es bei meinen Recherche Arbeiten offene Fragen, die mich in die Militärarchive nach Nürnberg und Berlin trieben. Hatten die Briten den Funk-Code entschlüsselt, und täuschten ein Katz und Maus Spiel vor? Das spannendste an dem Projekt war für mich, die Geschichte der Graf Spee zu lesen und zu verstehen, während Wolfgang Landgraeber mit seinem Kamerateam unterwegs war und die letzten Zeitzeugen aufzusuchen, dessen Schilderungen ich zu diesem Zeitpunkt nicht kannte, aber parallel auf der Suche nach Bildmaterial in der Archiven war, um die Geschichte in Bildern zu erzählen.

Erst im Schnittraum kamen beide Teile zusammen und es war toll, zu entdecken, dass Detailschilderungen der Zeitzeugen sich genau im recherchierten Filmmaterial sich wieder fanden. Die waren für mich prägende Erfahrungen im Filmbereich und späteren Tätigkeiten in ganz anderen Berufsfeldern.